Drei Vorschläge des Konzeptpapiers für Klimahaine
Klimahaine für die "steinerne Stadt" beschreibt ein Konzept der Landshuter Bauminitiative. Für die Umsetzung des Konzepts der Klimahaine in der Stadt Landshut schlagen wir vor:
- ein wissensbasiertes Ordnungsraster mit 100 m Achsmaß dient als planerische Orientierungshilfe für neue Klimahaine (Vorschlag 1);
- bestimmte Bestandsorte wie Krenkl, Dreifaltigkeitsplatz, Regierungsplatz, etc. werden als klimaberuhigte Ankerpunkte ausgebaut (Vorschlag 2);
- eine entsprechende Vernetzung bestehender und neuer klimaberuhigter Zonen im öffentlichen Stadtraum orientiert sich nach dem Ordnungsraster (Vorschlag 3).
Begründung der Vorschläge des Konzeptpapiers:
Wenn es in der steinernen Innenstadt keine Bäume gibt, wird es an sonnigen Tagen heiß, bleibt es heiß und wird es noch heißer. Begrünte Parks und Hinterhöfe bieten Linderung, doch halten sich Menschen nicht immer dort auf. Viel öfter bewegen sie sich im öffentlichen Platz- und Straßenraum.
Das Konzept der Klimahaine dient dazu, in diesen Räumen klimaberuhigte Orte anzubieten. Wie weit sollen diese Klimahaine voneinander entfernt sein, welche Strecke ist sinnvoll?
Es gibt verschiedene planerische Konzepte, die sich mit Wegstrecken zwischen städtischen Angeboten befassen.
In Einkaufszentren sind die Abstände zwischen Ankerpunkten (d.h. den zwei größten Geschäften) 300 bis 400 Meter lang. Sitzgelegenheiten sollten hier alle 50 Meter angeboten werden.
Das Konzept der "Last Mile" deutet an, welche Distanz im Straßenraum zumutbar ist, wenn man mit dem ÖPNV in der Stadt ankommt und noch eine Wegstrecke bewältigen muss.
Die 3-30-300-Regel besagt: "bis zur nächsten öffentlichen Grünfläche sollten es höchstens 300 m Wegstrecke sein" (1).
Da in Innenstädten in unseren Breiten eine geringe Baumdichte vorherrscht, wurde für München diese Regel angepasst. Auf einem Raster von 150 Metern Maschenweite sollen "kleine Inseln von Grün, die Schatten spenden" (2) Schutz vor Hitze bieten.
Diese Konzepte gehen von einer erwachsenen und gesunden Fußgängerschaft aus. In einer vielfältigen Stadtgesellschaft ist sie jedoch nicht der ausschließliche Fall. Eltern mit kleinen Kindern, ältere Menschen und Personen, die Gehhilfen benötigen können in der selben Zeit nur kürzere Strecken bewältigen.
Das Konzept der Klimahaine soll dazu dienen, an ausgewählten Orten klimaberuhigte Zonen zu schaffen, die allen Menschen Linderung von urbanen Hitzegefahren bieten. Für die Stadt Landshut mit ihrem historischen Kontext und Maßstab schlagen wir einen Abstand von 100 Metern zwischen Klimahainen vor.
Dies ist ein realistisches Maß, dass sich mit dem Potentialplan der Stadtverwaltung (3) sehr gut harmonieren und verbinden lässt. Damit wird die Bildung eines lokalen Klimahain-Netzwerks möglich. Das Konzept peilt ein wissensbasiertes "Gesamtwerk" an, um einen "Flickenteppich" an Einzelmaßnahmen zu vermeiden.
Quellen:
(1) Pauleit, S. (2024): Multifunktionale grün-blaue Infrastruktur für gesunde Städte im Klimawandel. In: Rundgespräche Forum Ökologie, 51, S. 44.
(2) ibid, S. 45.
(3) Stadt Landshut, Stadtrat (2025, Hrsg.): Konzeptionelle Machbarkeitsstudie Baumpflanzungen historische Altstadt. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (StRinnen Haas, Hagl, Borgmann, StRte Rabl, Gruber, Dr. Keyßner), Stadtratsvorlage Nr. 680 vom 27.05.2025. Der Potentialplan der Stadtverwaltung zeigt an, in welchen konkreten Lagen Baumpflanzungen möglich sind (wenn der Untergrund und dessen Belegung mit Infrastruktur dies zulassen). Grundsätzlich möglich ist das Aufstellen von mobilen Baumkübeln.
Landshuter Bauminitiative (Helmut Wartner, Willi Forster, Mark Kammerbauer, Richard Kuther), Stand Mai 2026

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