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Showing posts with the label Umwelt

Das plumpe Tropaion

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Manche Themen sind Evergreens. Man könnte meinen, sie kommen aus einem mythischen Land, womöglich Evergreenland, immer und immer wieder. So verhält es sich auch mit dem Interesse an Grönland. Ob man diese größte Insel der Welt nicht besitzen könnte? Oder die städtebauliche Entwicklung der Siedlungen an der Küste vorantreiben? Gar ein symbolisches Bauwerk dort errichten, das die Kühnheit und den Weitblick des Erbauers verkündet? Ganz egal, ob man sich an den lokalen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen Kontext anpasst? Tja, da war doch was. Als ich mich mit der "Raumproduktion unter POTUS 45" befasste, rückten auch Inselbegierden in den Fokus. 2019 entstand der Text "Das plumpe Tropaion", der jedoch nie veröffentlicht wurde. Seit Marx wissen wir, wie Geld die Produktion des Raums befeuert, und seit Schumpeter verstehen wir auch, wie Erfindergeist zu Disruptionen in eben diesem Raum beitragen kann. Insofern waren amerikanische Wähler innovativ, als sie Trump zum Pr...

Das Jahr 2025 im Rückspiegel der Nexialist Agency

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2025 im Rückspiegel der Nexialist Agency for Research and Communication 2025 war ein Jahr voller Überraschungen und mit überraschend vielen Aufträgen – in allen Bereichen, in denen ich "kreativ aktiv" bin oder publizistische Dienstleistungen anbiete. Architektur, Städtebau, Stadtplanung, Umwelt: Mein Kollege Ifte Ahmed von der University of Newcastle lud mich ein, das Kapitel "Infrastructure Recovery" für die Encyclopedia of Disaster Risk Reduction (Springer Nature) zu schreiben. Für den Katalog der Ausstellung "Democratic Design" im Architekturforum Aedes in Berlin verfasste ich im Auftrag der Architekten von Hirner & Riehl den Beitrag über Bellevue di Monaco unter dem Titel "Democratic Design – The Bellevue Code". Und mein Kollege Alexander Gutzmer lud mich erneut ein, bei urban.matters mitzuwirken, dem Magazin für Stadtideen von Ehret+Klein. Das Essay "Arbeitersiedlungen: Eine Antwort auf die Wohnungskrise?" erschien in Ausgabe 5...

Habitatarchitektur (Achtung, Science Fiction!)

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Aus aktuellem Anlass – nämlich der Veröffentlichung meiner Risszeichnung des NEXUS in Perry Rhodan-Band 3351 – und meiner damit verbundenen Ernennung zum "Habitatarchitekten" durch die Redaktion enthält dieser Post meinen Artikel über Habitatarchitekturen in der Science Fiction. Erschienen ist "Ein Vordach vor dem Höhleneingang. Über die Beziehung zwischen Habitat und Architektur in der Science-Fiction" in den Andromeda Nachrichten mit der Nummer 281, herausgegeben vom Science Fiction Club Deutschland. Der Artikel beginnt so:  "Habitate im All, insbesondere künstliche Lebenswelten in ausgehöhlten Asteroiden sind bekannte Schauplätze der Science-Fiction. Doch nicht nur. Die Wissenschaft befasst sich auch mit ihnen. So kommt ein aktueller Artikel zum Schluss, dass Asteroiden mit einem Umfang von wenigen hundert Metern unter Umständen zu Habitaten aus- bzw. umgebaut werden können. Dabei stellt sich die Frage, wie bei diesen Konstruktionen das Verhältnis von Umwelt...

Rezensionen zu Bavarität 3/3

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Rezension zu Bavarität (Detlev Kurth, Raumforschung und Raumordnung 03/25) Das Buch „Bavarität“ von Mark Kammerbauer beschäftigt sich mit der vielschichtigen Baukultur in Bayern und wie sie auf multiple Krisen reagiert, historisch und in der Gegenwart. Der Autor verknüpft dafür Ansätze aus Architektur, Städtebau und Stadtplanung in einem sozioökonomischen und kulturellen Kontext. Besonders hervorgehoben wird dabei der partizipative Ansatz, aber auch die Frage, wie Baukultur im öffentlichen Raum gesehen und verstanden, aber auch imaginiert werden kann. Es handelt sich um eine Sammlung von teils sehr unterschiedlichen Aufsätzen, die der Autor zu Themen der Baukultur verfasst hat. Baukultur in Bayern steht in einem steten Spannungsfeld aus Urbanität und Ruralität, aus Bodenständigkeit und Internationalität. Im Kontext des ländlich-städtischen Kontinuums, in dem Tradition und Moderne interagieren, schlägt der Autor den Begriff „Bavarität“ für diese soziokulturelle Leistung vor. Sehr deutli...

Rezension zu Bavarität 2/3

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Mit bayerischer Baukultur aus der Krise? (Manuel Kögelmaier, DAB 07/24) Der gut 130 Seiten umfassende Band konstatiert zahlreiche, die Gegenwart prägende Krisen, auf die er Antworten aus Architektur und Baukultur innerhalb des Freistaats Bayern zu geben sucht. Dabei orientiert sich Kammerbauer an einem breiten, um soziale Fragen erweiterten Raumbegriff, der die Deutung der Krisen als räumliche Phänomene zulässt. Angelegt ist das Buch als aktualisierte und erweiterte Sammlung bereits veröffentlichter Texte. So entsteht ein Querschnitt durch das essayistische Schaffen des Autors in den letzten sechs Jahren. Daher finden sich darin hochaktuelle Themen wie jenes des Hochwasserschutzes, aber auch solche, denen man ihr Alter ein wenig anmerkt. Im Ergebnis gliedert sich die Neuzusammenstellung in Abschnitte zu „Raum als Text“, „Raum als Krise“, „Raum für Baukultur“, „Raum zum Wohnen“ und den abschließenden „Raum für Visionen“. Als übergreifender Leitgedanke fungiert der Begriff der „Bavarität...

Rezension zu Bavarität 1/3

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Empfehlungen (Meike Weber, meike-weber.de, 09/24) Das aktuelle Buch des Architekturforschers und Urbanisten Mark Kammerbauer, erschienen im Verlag Springer Spektrum, befasst sich mit der Architektur, dem Städtebau und der Stadtplanung im Freistaat Bayern aus interdisziplinärer, urbanistischer Sicht. Damit verbundene baukulturelle Partizipation kann zur Bewältigung von Krisen beitragen, wenn sowohl Akteure der Planung und Gestaltung als auch der Nutzung berücksichtigt werden. Ziel des Buches ist, den gebauten Raum Bayerns zu lesen und zu verstehen, ihn einer Kritik zu unterziehen, dabei die Erfolge nicht auszublenden, um Lösungen zu präsentieren und um schliesslich Raum für die Reflexion und das Imaginieren zu bauen. Wenn Menschen die gebaute Umwelt lesen und verstehen, dann informiert das auch ihr Handeln, insbesondere, wenn sie partizipativ an Planung und Gestaltungsprozessen für die Errichtung des gebauten Raums beteiligt sind. Um diese Phänomene ihrem Kontext entsprechend zu fassen ...

Von Hitzecheck bis Mühleninsel

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Die Landshuter Zeitung berichtete am Samstag, den 23.08. über den "Hitzecheck" und dessen Bedeutung für die Stadt. Auch die "Causa Mühleninsel" wurde im Interview erneut thematisiert. Beide Themen werfen wichtige planerische Fragen auf. Und sie betreffen die Stadtöffentlichkeit. In den beiden genannten Beiträgen wurde angesprochen, dass ein gemeinsames Gespräch von politisch und planerisch Verantwortlichen gewünscht wird. Das ist ein positives Signal. Es ist dabei erforderlich, sich zu überlegen, wie ein solches Gespräch gestaltet wird. Es empfiehlt sich ein öffentliches Format, das von einer unabhängigen Institution moderiert wird. Es haben sich nämlich Fälle der öffentlichen Kritik wiederholt, deren Ausgangspunkt strittige Planungen waren. Eine fachlich begründete und sachlich moderierte öffentliche Diskussion kann Konflikte mindern oder vermeiden. Dazu wäre es hilfreich, Pläne (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) zu "sehen". Grün und insbesondere Stadtgrün...

Recht auf die Stadt

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Da es immer wieder Diskussionen gibt um die Rolle des öffentlichen Raums der Stadt und darum, was passiert, wenn private Investoren diesen Raum besetzen und den Zugang einschränken, poste ich hier einen Auszug aus "Bavarität". Konkret geht es um den Abschnitt "Recht auf Partizipation" aus dem Kapitel "Raum zum Wohnen", in dem es auch um das Recht auf die Stadt geht.  Aktueller Stein des Anstoßes ist der geplante Neubau einer Seniorenresidenz an der Stelle eines Biergartens und Gasthauses auf der Mühleninsel in Landshut. Das Projekt wirft ganz bestimmte Fragen der nachhaltigen Stadtplanung auf, die der folgende Auszug diskursiv verorten soll – ganz abgesehen von dem Umstand, dass Abriss selten die planerisch-gestalterisch ideale und bestenfalls die billigste Lösung darstellt. Bildquelle: M. Kammerbauer; Landshuter Zeitung / Alex Schmid   (...) Es ist nun einmal so, dass sich Themen der nachhaltigen Stadtplanung, der Klimaanpassung und der Minderung von Umwe...

Das sinnliche Universum des Fritz Koenig am Ganslberg – Eine Reise mit Markus Stenger

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Pferde und Bronze, Wiesen und Wälder – wäre es so einfach, könnte man damit die Präsenz der künstlerischen Naturgewalt Fritz Koenig am Ganslberg beschreiben. Die Geschichte ist erwiesenermaßen nicht so einfach, lässt sich jedoch durch gebaute Artefakte nachzeichnen. Dazu gehört die Halle, die für die Herstellung der Kugelkaryatide am World Trade Center in New York errichtet wurde, das Anwesen des Ehepaars Maria und Fritz Koenig ebenso wie die Afrikahalle, die sie umgebende Landschaft, die Wegeführung, die Kunstwerke. Am Samstagvormittag traf sich eine Besuchergruppe, um der Führung durch das Areal – dem "Koenig-Compound", wenn man es so nennen möchte – durch den bayerischen Architekten Markus Stenger beizuwohnen. Er ist verantwortlich für die schrittweise bauliche Wiederherstellung der Anlage und demonstrierte, wie er die architektonische Dimension Koenigs qualifiziert einzuordnen weiß. Diese Wiederherstellung ist eine Annäherung an einen Künstler, der gebaut hat – eine Inter...

Rebuild By Design Munich – Zehn Jahre später

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Am 10.07.2015 fand die Abschlussveranstaltung von REBUILD BY DESIGN MUNICH statt – Nicola Borgmann und ich hatten zusammen in einem unschlagbaren Team an der TUM und der Architekturgalerie München e.V. ein Seminar, eine Ausstellung und ein Symposium mit internationalen Gästen dem Fachpublikum präsentiert. Worum ging es? Seit dem Tsunami im Indischen Ozean und dem Hurrikan Katrina in New Orleans ist Resilienz in Architektur, Städtebau und Stadtplanung ein wichtiges Querschnittthema. Die Initiative “Rebuild by Design” versuchte in den USA, Resilienz in der klimaadaptiven Planung stärker zu integrieren. Als fachliche Reaktion fand 2015 das Event REBUILD BY DESIGN MUNICH statt, um das Thema der Fachöffentlichkeit und Studierenden der Technischen Universität München zu vermitteln. Das Event umfasste ein Seminar und ein Symposium an der TUM und eine Ausstellung in der Architekturgalerie München. Die Seminarergebnisse führten zur Gestaltung der Exponate der Ausstellung. Im Symposium beleuchte...

In zwei Wochen – Bavarität Auf AEG

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In zwei Wochen ... Bavarität – Autorenlesung mit Diskussion Treffpunkt Architektur Ober- und Mittelfranken Bayerische Architektenkammer 28. Mai 2025 um 19:00 Uhr Auf AEG Muggenhofer Straße 135 90429 Nürnberg   Am 28. Mai werde ich mit meinem Buch "Bavarität – Krisenbewältigung im baukulturellen Raum" in Nürnberg zu Gast sein. Der Abend mit Lesung und Diskussion findet Auf AEG statt. Die Moderation übernimmt Michaela Messmer von  Architekten Stadtplaner Franke und Messmer BDA PartGmbB. Als Diskussionspartner freue ich mich auf Alexander Hofmeier von studio sufuco Architekt*innen BDA – nicht zuletzt, weil ein Interview mit ihm im 3. Kapitel des Buchs, Raum für Baukultur, enthalten ist. Link zum Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/1713922049222542 Link zum Buch auf der Verlagswebsite: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-68189-3 Rezension bei Raumforschung und Raumordnung: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/3117/5461   

Rezension zu Bavarität bei Raumforschung und Raumordnung

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Im Journal "Raumforschung und Raumordnung" ist eine sehr lesenswerte Rezension von "Bavarität – Krisenbewältigung im baukulturellen Raum" erschienen. Sie ist in einem positiven Ton geschrieben und geht detailliert auf die Inhalte des Buchs ein. Die Rezension bietet fundierte Anregungen, über das Buch hinaus den Komplex Resilienz, Stadtentwicklungspolitik, Planungs- und Baukultur integriert zu erforschen und zu denken. Verfasst hat die Rezension Prof. Dr. Detlev Kurth, Lehrstuhl Stadtplanung, Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Er schreibt: Bayern ist einer der wenigen deutschen Flächenstaaten, in dem es bis heute keinen eigenständigen Studiengang der Stadt- und Raumplanung gibt und in dem diese Profession einen schweren Stand hat, sich zu behaupten. In der Baukultur und in den Standortentscheidungen in Bayern ist dies sichtbar. (...) Baukultur sollte aber immer auch mit Planungskultur einhergehen. In diesen Zeiten, in denen nicht nur d...

In zehn Tagen – Bäume in der steinernen Stadt

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Am Donnerstag, den 15. Mai um 19 Uhr findet im Salzstadl in Landshut die Veranstaltung "Bäume in der steinernen Stadt – eine Lösung auch für Landshut?" statt.  Programm: Begrüßung, Uli Karg, Landshuter Zeitung (Veranstalter)  Einführung in die Aktion „Landshut aufbäumen“, Helmut Wartner (Landshuter Bauminitiative)  Beispiel Zürich, Prof. Wolfgang Rossbauer, Hochschule Luzern  Podiumsdiskussion, Moderation: Uli Karg, LZ; Podiumsteilnehmer: Doris Grabner, Landschaftsarchitektin; Mark Kammerbauer, Urbanist, Autor; Prof. W. Rossbauer, Hochschule Luzern; Benedikt Haseneder, Stadt Landshut  Diskussion mit dem Publikum, Moderation, Uli Karg, LZ  Anschließend gemütliches Ausklingen bei Getränken von der Theke  

Bavarität – Year One

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Der Verlag erinnerte mich gerade daran, dass "Bavarität – Krisenbewältigung im baukulturellen Raum" in der digitalen Fassung vor einem Jahr erschienen ist. Mensch, ist in der Zwischenzeit viel passiert! Etwa einen Monat später erschien die gedruckte Fassung des Buchs bei Springer Spektrum. Zwei besonders schöne Rezensionen erschienen. Ein erstes Event in Landshut ("Gespräche zur bayerischen Baukultur") stellte das Buch der Öffentlichkeit vor. In einer Blogserie erklärte ich meine Intention hinter dem Buch, wie es aufgebaut ist und wie der Begriff der "Bavarität" hergeleitet wurde. Stellte ausgewählte Bilder vor, verwies auf Lieblingsfußnoten. Ein weiteres Event fand in München statt, in Studio von Schnitzer& sowie der Begleitung von Nicola Borgmann und Mathieu Wellner. Die Sep Ruf Gesellschaft informierte über das Buch und insbesondere das Kapitel über den Tucherpark. In Landshut folgte ein Vortrag zum Thema Erinnerungskultur in der Architektur (in der...

Das phantastische Schreibseminar mit Uschi Zietsch

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Warum Geschichten schreiben, und überhaupt, phantastische Geschichten? Weil ich denke, dass ich die Leserschaft auch mit einem Fachtext besser erreichen oder "abholen" kann, wenn ich in der Lage bin, eine gute Story zu erzählen. Darum habe ich vor ein paar Jahren die Gelegenheit ergriffen, an einem Schreibseminar für phantastische Geschichten teilzunehmen. Diese Schreibseminare sind für mich etwas besonderes, angefangen von dem ersten, dank der Pandemie virtuellen Seminar mit Uschi Zietsch und Michael Marcus Thurner, oder den Seminaren in der Bundesakademie in Wolfenbüttel mit Olaf Kutzmutz, Klaus N. Frick sowie zuletzt Olaf Brill. Das selbe gilt für das Seminar am vergangenen Wochenende mit Uschi Zietsch in der Katzbrui-Mühle in Schwaben. Zum einen war es eine willkommene Unterbrechung des Alltags, verbunden mit einem Rollentausch: schon ist man wieder ein Lernender. Wenn die Chemie stimmt, die Kritik konstruktiv ist, man mit den anderen Teilnehmern gut zusamm...