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Wenn eine Rückkehr nicht möglich ist – Planerische Anpassungen an Katastrophen und Konflikte

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Wie kann die Stadtplanung auf krisenbedingte erzwungene Migration reagieren? Die Frage stellt sich auch, da der Angriffskrieg gegen die Ukraine noch in vollem Gang ist und das Risiko großer Fluchtbewegungen nach wie vor besteht. Das zentrale planerische Leitbild lautet “Resilienz”. Der folgende Beitrag befasst sich mit dem Thema und erschien in Planerin 1 (2023) mit dem Schwerpunkt “Resilienz”. Mein Dank gilt Detlev Kurth als Herausgeber der Schwerpunktausgabe sowie Oksana Chabanyuk (Kharkiv National University und University of Michigan) für ihre Unterstützung. Städte und ihre Bewohner sind vielfältigen Risiken ausgesetzt, die tief mit dem natürlichen und politischen Kontext verflochten sind. Beispiele sind Krisen, die entweder durch Klimagefahren oder Kriege ausgelöst werden. Insbesondere in der Forschung zu Umweltkatastrophen werden die Unterschiede zwischen beiden Krisenformen hervorgehoben. Dies führt in der Literatur zu einer Trennung zwischen “Konsens-Krisen” und “Konflikt-Kri...

Erinnerung an die Zeit nach 9/11 und die Frage nach einem Mahnmal

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Nach 9/11 entwickelte sich bald eine gestalterische Diskussion darüber, wie man die Erinnerung an die Terrorangriffe verorten könnte. Es wurden zwei Memorial Competitions ausgerufen, für das Pentagon im Jahr 2002 und für Ground Zero im Jahr 2003, dem vormaligen Standort des World Trade Center in Manhattan. Ich nahm an beiden Wettbewerben als junger Architekt teil.  Der Beitrag für Ground Zero verbindet mich mit einem anderen Teilnehmer: Fritz Koenig. Er hatte, entgegen der Forderung "it's broken, you have to fix it", seine Kugelkaryatide stoisch mit Zeichen der Beschädigung wieder dort aufstellen wollen, wo sie vorher gestanden hatte. Aus architekturtheoretischer Perspektive drückt er damit den Alterswert im Gegensatz zum Neuheitswert aus, der Angriff und die Schäden werden Teil der unausweichlichen Zeichenhaftigkeit des Kunstwerks. Mein Beitrag hybridisert die getöteten Menschen symbolisch mit der neuen Landschaft. Dabei wollte ich ein "numbers game" vermeiden....

California Bad Dreaming – Dystopisches Feuer, seine Ursachen und Antworten darauf

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Ein Beitrag geisterhafter Aktualität: Dieser Text entstand bereits im November 2018 als Onlinebeitrag des Magazins Baumeister. Es scheint, als wäre die menschliche Zivilisation seitdem keinen Schritt weitergekommen, denn auch dieses Jahr kam es zu gewaltigen Brandkatastrophen in Nordamerika und Europa. Geschickte Politiker können den Katastrophenfall medienwirksam zu ihrem Vorteil nutzen, wie es Bill Clinton während des Mississippi-Hochwassers 1993 und Gerhard Schröder während der Elbe-Flut 2002 taten. Wahrscheinlich lag ihnen die Hilfe für die betroffenen Menschen auch tatsächlich am Herzen. Der US-amerikanischen Wählerschaft mag man dahingehend eine überraschende Innovationsleistung unterstellen. Sie hat bekanntlich eine Medienfigur zum Präsidenten gemacht, die zudem grandios unterqualifiziert ist für den Job der mächtigsten Person der Welt. Dies äußert sich auf besonders unglückliche Weise im Krisenmanagement, wie man immer wieder beobachten konnte. Pacific Palisades, Kalifornien, i...

Klimahaine für Landshut – das komplette Konzeptpapier

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Klimahaine für Landshut – ein Konzeptpapier der Landshuter Bauminitiative: Angesichts der wiederkehrenden Debatten um den Klimaschutz und die Klimaanpassung im Herzen Landshuts möchte die Landshuter Bauminitiative (LBI) zu einer Versachlichung beitragen. Das Konzept der Klimahaine, das wir der Stadtverwaltung im Geist der Kooperation vorlegen konnten, zielt ausdrücklich auf die Versöhnung der wesentlichen Planungsziele – den sommerlichen Hitzeschutz und die gleichzeitige Durchführbarkeit bedeutender kultureller Veranstaltungen in der Altstadt. Gemeinsames Planen und Handeln ist der Schlüssel für ein gesundes, sicheres und erfolgreiches Stadtleben. Klimahaine für Landshut Landshut aufbäumen! Klimahaine für die „steinerne Stadt“ – Ein Vorschlag der LBI Konzeptpapier (ausführlich) Eine Frage wird uns oft gestellt: Warum einen Baum in der steinernen Stadt pflanzen, wenn es in den Hinterhöfen, Parks oder entlang der Isar genug Bäume gibt?  Die erste Antwort ist einfach: Wenn es in der s...

Arbeitersiedlungen – eine Antwort auf die Wohnungskrise?

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Über Arbeitersiedlungen als eine historische Antwort auf die Krise des Wohnens in Städten: Sie funktionieren wie Kleinstädte, sind aber letztlich konzipierte Räume: die Arbeitersiedlungen, in denen große Unternehmen lange ihre Arbeitenden unterbrachten. Interessant – aber auch ein Modell für die Zukunft?  Arbeitersiedlungen sind eine historische Antwort auf die Krise des Wohnens in Städten. Oder? Für sich genommen stellen sie kleine Städte dar. Sie dienen auch der Erprobung neuer Bautechnik, sozialer Angebote und pädagogischer Ansätze. Angefangen hat es mit der Fuggerei in Augsburg. Sie ist ein Beispiel für altruistisches Bauen, das ihren Bewohnern ein Leben in Würde bietet. Wie hat sich das Prinzip der Arbeitersiedlung bis heute gewandelt und welche Probleme löst sie? Sehen wir uns die Gründe für diese Form des Bauens, die architektonische Aufgabenstellung und ihre Ergebnisse im zeitlichen Verlauf an. Die Fuggerei Die Fuggerei wurde 1521 von ihrem Namensgeber Jakob Fugger gegründe...

Ein Vordach vor dem Höhleneingang

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Über die Beziehung zwischen Habitat und Architektur in der Science-Fiction: Habitate im All, insbesondere künstliche Lebenswelten in ausgehöhlten Asteroiden sind bekannte Schauplätze der Science-Fiction. Doch nicht nur. Die Wissenschaft befasst sich auch mit ihnen. So kommt ein aktueller Artikel zum Schluss, dass Asteroiden mit einem Umfang von wenigen hundert Metern unter Umständen zu Habitaten aus- bzw. umgebaut werden können. Dabei stellt sich die Frage, wie bei diesen Konstruktionen das Verhältnis von Umwelt zu Bauwerk beschaffen ist. Was sind sie eigentlich, und was bedeutet das für das Leben im Habitat? Ausgangspunkt ist ein architekturtheoretischer Blick auf das Thema, um anschließend ausgewählte Beispiele der Science-Fiction genauer unter die Lupe zu nehmen und entsprechend einzuordnen. Zu diesen Beispielen gehören der Mond Kaitains in Edmond Hamiltons Captain Future-Saga (»Im Zeitstrom verschollen«), der Geheimsatellit Troja aus der PERRY RHODAN-Serie, die »Rocks« bei Iain M...

Einfach bauen – schwerer als gedacht!

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Über den Wandel der Einfachheit in der Theorie und Praxis des Planens und Bauens: Wer sich mit Architektur befasst, weiß, dass einfaches Bauen alles andere als leicht ist. Dabei besteht ein Spannungsfeld zwischen Simplizität und Komplexität. Es bezeichnet auch, was wir als “einfach” in der Architektur verstehen und wie sich die Bedeutung des Begriffs in der Theorie und Praxis des Planens und Bauens wandelt. “Schwer ist leicht was”, befand schon Karl Valentin, scharfzüngiger Beobachter der bayerischen Kultur und ihrer Eigentümlichkeiten. Das Gegenteil, “leicht ist schwer was”, besitzt ähnlich tautologischen Charakter. Demnach ist das Leichte gar nicht so leicht, das Einfache gar nicht so einfach. Im alltäglichen Gebrauch sind einfach und leicht synonym verwendbar. Scheint simpel? “Einfach” beschreibt Vorhaben, die leicht durchführbar sind, betrifft jedoch auch die Zahl verwendeter Elemente, während “leicht” nicht zuletzt auf das Gewicht besagter Elemente verweist. In beiden Fällen spiel...