Posts

Showing posts with the label Immobilien

Arbeitersiedlungen – eine Antwort auf die Wohnungskrise?

Image
Über Arbeitersiedlungen als eine historische Antwort auf die Krise des Wohnens in Städten: Sie funktionieren wie Kleinstädte, sind aber letztlich konzipierte Räume: die Arbeitersiedlungen, in denen große Unternehmen lange ihre Arbeitenden unterbrachten. Interessant – aber auch ein Modell für die Zukunft?  Arbeitersiedlungen sind eine historische Antwort auf die Krise des Wohnens in Städten. Oder? Für sich genommen stellen sie kleine Städte dar. Sie dienen auch der Erprobung neuer Bautechnik, sozialer Angebote und pädagogischer Ansätze. Angefangen hat es mit der Fuggerei in Augsburg. Sie ist ein Beispiel für altruistisches Bauen, das ihren Bewohnern ein Leben in Würde bietet. Wie hat sich das Prinzip der Arbeitersiedlung bis heute gewandelt und welche Probleme löst sie? Sehen wir uns die Gründe für diese Form des Bauens, die architektonische Aufgabenstellung und ihre Ergebnisse im zeitlichen Verlauf an. Die Fuggerei Die Fuggerei wurde 1521 von ihrem Namensgeber Jakob Fugger gegründe...

Bessere Räume: Die Landschaft im Haus

Image
Der moderne Hortus Conclusus als resiliente Lebenswelt: Krisen verändern den Alltag erschreckend schnell und oft schneller, als man auf sie reagieren oder sie bewältigen kann. Nach einer Krise gilt es dann, nicht bloß zur Normalität zurückzukehren, wenn das überhaupt wünschenswert sein sollte. Nein, stattdessen gilt das Motto, den Status quo zu verbessern, getreu dem Motto “Build Back Better”. Die Absicht dahinter ist, Lebenswelten nachhaltiger, resilienter zu machen. Dies betrifft Arbeits- und Einkaufswelten insbesondere angesichts der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Innenstädte. Sich nach bereits vorher bestehenden Trends zu orientieren ist dabei zielführend – weil die Bewältigung der Krise kaum Zeit für aufwändige, neue Planungen lässt. Man möchte schnell wieder die Türen öffnen, die Kunden begrüßen, die Büroflächen belegen, den Alltag in diese Räume zurückholen. Eine solche bereits existierende Strategie, die seit Anbeginn der architektonischen Moderne Bestand hat,...

Einfach bauen – schwerer als gedacht!

Image
Über den Wandel der Einfachheit in der Theorie und Praxis des Planens und Bauens: Wer sich mit Architektur befasst, weiß, dass einfaches Bauen alles andere als leicht ist. Dabei besteht ein Spannungsfeld zwischen Simplizität und Komplexität. Es bezeichnet auch, was wir als “einfach” in der Architektur verstehen und wie sich die Bedeutung des Begriffs in der Theorie und Praxis des Planens und Bauens wandelt. “Schwer ist leicht was”, befand schon Karl Valentin, scharfzüngiger Beobachter der bayerischen Kultur und ihrer Eigentümlichkeiten. Das Gegenteil, “leicht ist schwer was”, besitzt ähnlich tautologischen Charakter. Demnach ist das Leichte gar nicht so leicht, das Einfache gar nicht so einfach. Im alltäglichen Gebrauch sind einfach und leicht synonym verwendbar. Scheint simpel? “Einfach” beschreibt Vorhaben, die leicht durchführbar sind, betrifft jedoch auch die Zahl verwendeter Elemente, während “leicht” nicht zuletzt auf das Gewicht besagter Elemente verweist. In beiden Fällen spiel...

Das plumpe Tropaion

Image
Manche Themen sind Evergreens. Man könnte meinen, sie kommen aus einem mythischen Land, womöglich Evergreenland, immer und immer wieder. So verhält es sich auch mit dem Interesse an Grönland. Ob man diese größte Insel der Welt nicht besitzen könnte? Oder die städtebauliche Entwicklung der Siedlungen an der Küste vorantreiben? Gar ein symbolisches Bauwerk dort errichten, das die Kühnheit und den Weitblick des Erbauers verkündet? Ganz egal, ob man sich an den lokalen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen Kontext anpasst? Tja, da war doch was. Als ich mich mit der "Raumproduktion unter POTUS 45" befasste, rückten auch Inselbegierden in den Fokus. 2019 entstand der Text "Das plumpe Tropaion", der jedoch nie veröffentlicht wurde. Seit Marx wissen wir, wie Geld die Produktion des Raums befeuert, und seit Schumpeter verstehen wir auch, wie Erfindergeist zu Disruptionen in eben diesem Raum beitragen kann. Insofern waren amerikanische Wähler innovativ, als sie Trump zum Pr...

Von Hitzecheck bis Mühleninsel

Image
Die Landshuter Zeitung berichtete am Samstag, den 23.08. über den "Hitzecheck" und dessen Bedeutung für die Stadt. Auch die "Causa Mühleninsel" wurde im Interview erneut thematisiert. Beide Themen werfen wichtige planerische Fragen auf. Und sie betreffen die Stadtöffentlichkeit. In den beiden genannten Beiträgen wurde angesprochen, dass ein gemeinsames Gespräch von politisch und planerisch Verantwortlichen gewünscht wird. Das ist ein positives Signal. Es ist dabei erforderlich, sich zu überlegen, wie ein solches Gespräch gestaltet wird. Es empfiehlt sich ein öffentliches Format, das von einer unabhängigen Institution moderiert wird. Es haben sich nämlich Fälle der öffentlichen Kritik wiederholt, deren Ausgangspunkt strittige Planungen waren. Eine fachlich begründete und sachlich moderierte öffentliche Diskussion kann Konflikte mindern oder vermeiden. Dazu wäre es hilfreich, Pläne (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) zu "sehen". Grün und insbesondere Stadtgrün...

Recht auf die Stadt

Image
Da es immer wieder Diskussionen gibt um die Rolle des öffentlichen Raums der Stadt und darum, was passiert, wenn private Investoren diesen Raum besetzen und den Zugang einschränken, poste ich hier einen Auszug aus "Bavarität". Konkret geht es um den Abschnitt "Recht auf Partizipation" aus dem Kapitel "Raum zum Wohnen", in dem es auch um das Recht auf die Stadt geht.  Aktueller Stein des Anstoßes ist der geplante Neubau einer Seniorenresidenz an der Stelle eines Biergartens und Gasthauses auf der Mühleninsel in Landshut. Das Projekt wirft ganz bestimmte Fragen der nachhaltigen Stadtplanung auf, die der folgende Auszug diskursiv verorten soll – ganz abgesehen von dem Umstand, dass Abriss selten die planerisch-gestalterisch ideale und bestenfalls die billigste Lösung darstellt. Bildquelle: M. Kammerbauer; Landshuter Zeitung / Alex Schmid   (...) Es ist nun einmal so, dass sich Themen der nachhaltigen Stadtplanung, der Klimaanpassung und der Minderung von Umwe...

Ein überraschender Auftrag

Image
Wenn man einen Arbeitsraum teilt, gibt es immer wieder positive Überraschungen. Man kommt miteinander ins Gespräch. Ein Gespräch kann Ideen hervorbringen. Eine Idee kann zu einem Angebot führen und schließlich zu einem Auftrag. So war es auch, als Martina Dambacher von PURE Immo mir im Dudlhofer Coworking Space von einem neuen, interessanten Projekt erzählte, das sie betreut. Wir besichtigten das Bauwerk und ich verfasste einen Text dazu, der Teil des Portfolios von "Panorama" geworden ist, einem Gebäude mit Mischnutzung in unmittelbarer Nähe der Stadt Landshut. So kam es also zu einem überraschenden Auftrag, über den ich sehr glücklich bin. Meiner Klientin wünsche ich mit "Panorama" viel Erfolg! Website von Martina Dambacher, PURE Immo