Klimahaine für die "steinerne Stadt"
Klimahaine für Landshut
Ein Initiative der "Landshuter Bauminitiative" (LBI)
Warum sollen Bäume auch im dicht bebauten, „steinernen“ Stadtraum gepflanzt werden?
Erstens tragen sie dazu bei, die zunehmend heißen Städte zu kühlen. Durch den Klimawandel entstehen urbane Hitzeinseln, die besonders für Kinder, ältere Menschen sowie Kranke gefährlich sein können. Entsprechende Vorschläge gibt es bereits, die Stadtplanung muss sie nur anwenden. Versiegelte Räume können durch technische, grüne und wasserbezogene Lösungen gekühlt werden, um der Bevölkerung Schutz vor Hitze zu bieten.
Zweitens befinden sich Parks und Hinterhöfe oft nicht dort, wo Menschen sich tatsächlich aufhalten. Die moderne Stadtplanung hat Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Grün räumlich getrennt. Dieses Modell – etwa in der „autogerechten Stadt“ – wird heute zunehmend durch das Leitbild der resilienten und nachhaltigen Stadt ersetzt, die widerstandsfähiger gegenüber Krisen ist und soziale, ökologische sowie ökonomische Aspekte langfristig berücksichtigt.
Drittens bewegen sich Menschen überwiegend im öffentlichen Straßenraum. Planungskonzepte zeigen, dass Wege zwischen wichtigen Punkten möglichst kurz sein sollten und nahe Aufenthaltsmöglichkeiten benötigen. Besonders ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen können nur begrenzte Strecken zurücklegen.
Das vorgeschlagene Konzept der „Klimahaine“ greift diese Erkenntnisse auf. In der Landshuter Alt- und Neustadt sollen in Abständen von etwa 100 Metern kleine, begrünte und kühlende Aufenthaltsorte entstehen. Bäume, Sträucher und andere Pflanzen schaffen dort klimatisch beruhigte Zonen, verbessern die Lebensqualität und fördern zugleich Biodiversität. In größerem Maßstab, etwa nach der 3-30-300-Regel, kann das Prinzip der Klimahaine auch in anderen Stadtteilen Anwendung finden.
In Kooperation mit Willi Forster, Richard Kuther, Helmut Wartner
Abbildung: Klimahaine für Landshut, Konzept Innenstadt. Eigene Plandarstellung, basierend auf einer Machbarkeitsstudie, die im Auftrag der Stadt erstellt wurde.
Stand: April 2026

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